Mit Sauerstoff die Wundheilung im Mund unterstützen

Zu Besuch bei Oralchirurg Dr. Rafael Block Veras in der Praxis „Berliner City Chirurgie“

 

Sie fördern die Wundheilung und hemmen Entzündungen – nicht nur prophylaktisch bei der täglichen Mundhygiene, sondern auch in der Anwendung bei chirurgischen Eingriffen, bei Parodontitis oder Periimplantitis profitieren Patienten von den Mundpflegeprodukten des niederländischen Unternehmens blue®m (Zwolle/Niederlande). Der Wirkstoff: Sauerstoff. Im Interview mit Quintessence News berichten Dr. Rafael Block Veras, Fachzahnarzt für Oralchirurgie in Berlin, und Fokke Jan Middendorp, Chief Healthy Smiles bei blue®m, über die Anwendung der Produkte und ihre Erfahrungen mit dem Sauerstoff.

Herr Dr. Block Veras, wie sind Sie auf die Mundpflegeprodukte von blue®m aufmerksam geworden?
Dr. Rafael Block Veras: Ich bin 2016 über Kollegen aus Brasilien, die die Produkte hauptsächlich in der Chirurgie angewendet haben, auf blue®m aufmerksam geworden. Ein Kieferchirurg hatte die Produkte damals schon mehr als ein Jahr eingesetzt und mir seine Dokumentation gezeigt. Da ich ihn auch als Chirurg sehr schätze, habe ich mir gerne angehört, was er zu sagen hatte, und seine Ergebnisse haben mich beeindruckt. Daraufhin haben wir auch angefangen, die Produkte zu verwenden.

Herr Middendorp, wer hat die Idee zu den blue®m-Produkten gehabt und diese entwickelt?
Fokke Jan Middendorp: Dr. Peter Blijdorp, Kieferchirurg und Gründer von blue®m, war einer der ersten in Europa, die Implantate gesetzt haben in der Pionierzeit der Implantologie in den 1970er-Jahren. Das war eine Zeit, in der viel experimentiert wurde. Blijdorps erstes Produkt war eigentlich dafür gedacht, die Zähne ein bisschen weißer zu machen. Aber dann hat er festgestellt, dass das Produkt einen positiven Effekt auf die Gingiva und Mukosa hatte – und so probierte er in diese Richtung weiter. Er wusste ja, dass eine gute Wundheilung nötig ist, um Erfolg mit einem Implantat zu haben.

Der Kontakt entstand auf der IDS 2017: Fokke Jan Middendorp (links) von BlueM und Dr. Rafael Block Veras. (Foto: Heinzen/Quintessence News)

 

Blijdorp wollte für seine Patienten eine möglichst rasche Heilung erreichen mit möglichst wenig Schmerzen. Schnell kam er auf die richtige Spur: In der Medizin ist seit Jahrhunderten bekannt, dass Sauerstoff in fast jedem Schritt des Wundheilungsprozesses eine Schlüsselrolle spielt. Mit der hyperbaren Sauerstofftherapie, einer systemischen Anwendung, im Hinterkopf konzentrierte sich Blijdorp auf die topische Anwendung von Sauerstoff. Er entwickelte eine Formel, die die Ergebnisse seiner chirurgischen Eingriffe vorhersehbarer machte: Wunden heilten schneller und das Zahnfleisch war viel weniger entzündet als sonst.

Herr Dr. Block Veras, Sie sind Teilinhaber einer rein kieferchirurgischen Praxis – welche Produkte empfehlen Sie und für welche Indikationen?
Block Veras: Die Indikation ist sehr breit, denn wir können von sehr komplizierten Fällen, wo wir es intensiver nutzen, bis zu einfacheren Fällen, wo wir nur die Wundheilung unterstützen wollen, davon profitieren. Auch Paro-Patienten zum Beispiel können bei der Parodontaltherapie davon profitieren.
Bei Operationen wenden wir das Oral Gel grundsätzlich an, um die Wundheilung zu fördern, und empfehlen den Patienten die Produkte für die weitere Mundpflege, um die Wundheilung zu unterstützen und die Mundhöhle antibakteriell zu behandeln. Wir empfehlen dafür Mundspüllösung und Zahncreme.

 

Bei schwereren Fällen setzen wir auf das Oral Gel, weil die Wirkung sehr viel konzentrierter ist als bei der Mundspüllösung. Der Patient benötigt idealerweise eine Art von Träger – ein Provisorium, eine Brücke oder sogar einen Zahnfleischverband, damit das Gel auch an der Stelle bleibt.
Auch wenn der Patient das Produkt nicht für die Mundhygiene zu Hause verwendet, merken wir schon bei der Nahtentfernung einen positiven Effekt auf die Wundheilung, wenn wir das Gel intraoperativ benutzt haben. Es wirkt für ein paar Tage, bis es sich aufgelöst hat. Aber der Effekt ist natürlich größer, wenn der Patient zu Hause mitmacht.

Bei schwierigen Patientenfällen mit einer Vorgeschichte mit Wundheilungsstörungen und beispielsweise einem dekompensierten Diabetes arbeiten wir mit einem Zahnfleischverband, der alle zwei Tage in der Praxis erneuert wird. Das machen wir auch bei Patienten, die selbst nicht in der Lage sind, das Gel aufzutragen, etwa bei älteren Patienten.
Da diese Patienten schon einen Leidensweg hinter sich haben und wissen, dass die Wundheilung bei ihnen schwierig ist, machen sie bereitwillig mit. Wir empfehlen, schon vor der Operation mit der Mundspüllösung und der Zahncreme anzufangen, um eine gesunde Grundlage zu schaffen.

Dr. Rafael Block Veras (links) zeigt Fokke Jan Middendorp Patientenfälle, bei denen er BlueM-Produkte angewendet hat. (Foto: Heinzen/Quintessence News)

 

Wichtig ist für uns, dass die Kollegen verstehen – und die Patienten auch –, dass sie die Produkte nicht nur bei schweren Fällen anwenden können, sondern auch für eine leichte Parodontitis, eine leichte Gingivitis und auch nur zur Prophylaxe. Auch bei Diabetikern, die ja häufig eine Mikrovaskulitis haben, können die Gewebe sich lokal viel besser regenerieren mithilfe der Zahncreme und der Spülung.
Wir fotografieren die Fälle zur Dokumentation. Auf diese Weise kann man den Heilungsverlauf sehr gut verfolgen. Wir planen darüber hinaus eine Publikation zusammen mit einer Universität in São Paulo und die Präsentation auf Kongressen. Das ist aber noch nicht konkret. Wir sind im Moment dabei, die Dokumentation zu erarbeiten und die Ergebnisse zusammenzustellen. Ich weiß auch von anderen Studien, die aktuell hier in Deutschland laufen.

Herr Middendorp, wie erklären Sie die Wirkung der Produkte?
Middendorp: Das hat mit dem Sauerstoff zu tun. Durch die höhere Sauerstoffkonzentration bilden sich neue Blutgefäße. Das Geheimnis ist die langsame und kontrollierte Freisetzung genau des richtigen Prozentsatzes an aktivem Sauerstoff direkt an der zu behandelnden Stelle. Die Wundheilung erfordert eine Vielzahl von Zellen. Ziel ist es, deren metabolische Aktivität zu erhöhen. Die Sauerstofftechnologie von blue®m beschleunigt die Wundheilung, Implantateinheilung und Knochenregeneration in einem sicheren, effektiven und nicht-invasiven Ansatz.

Der Sauerstoff kommt aus dem Honig, genauer aus dem darin enthaltenen Enzym Glukoseoxidase (GOx) und aus zugesetztem Natriumperborat. Kommen Honig und Natriumperborat mit Speichel in Berührung, entsteht unter anderem Peroxid in niedriger Konzentration (0,003 – 0,015 Prozent) und daraus Sauerstoff. Schon die Ägypter hatten die Wirkung von Honig auf die Wundheilung entdeckt, das ist also nichts Neues. Und wie Dr. Block Veras auch gesagt hat, blue®m ist kein Wundermittel: Die Patienten müssen auch zu Hause damit putzen und spülen. Man muss es regelmäßig anwenden.

Dr. Block-Veras, gibt es Fälle, wo Sie blue®m oder bestimmte Produkte dieser Marke nicht empfehlen oder einsetzen?
Block Veras: Bei Unverträglichkeit, wenn ein Patient Beschwerden hat – was bisher noch nicht passiert ist –, würde ich es absetzen. Und das Oral Gel würde ich nicht bei jedem Patienten empfehlen, sondern vorwiegend bei ganz spezifischen chirurgischen und etwas schwierigen Fällen; es enthält zur Konservierung etwas Alkohol und kann daher im ersten Moment brennen. Bei einer chronischen Mukositis zum Beispiel würde ich eher mit der Spülung, der Zahncreme oder dem Mundschaum arbeiten als mit dem Gel.

Die entzündungshemmende und heilungsfördernde Wirkung von Honig ist durchaus seit Jahrzehnten bekannt. Auch die Applikation von Sauerstoff kann ähnlich wirken. Sie zitieren auf der Internetseite diverse Studien dazu, allerdings überwiegend In-vitro-Studien. Gibt es auch wissenschaftliche Studien zu den blue®m-Produkten?
Middendorp: Eine Studie ist bereits in PubMed verzeichnet, weitere werden folgen. Im Moment laufen verschiedene Studien auf der ganzen Welt. Für die Entwicklung von blue®m sind die Studien ganz wichtig. Wir haben 25 Jahre Erfahrung und viele Falldokumentationen, doch wir brauchen die Studien, um zu zeigen, dass unsere Mundpflegeprodukte die Wundheilung so günstig beeinflussen. Bisher wissen wir auch noch nicht, wie es wissenschaftlich zu erklären ist, dass die Patienten mit unseren Mundpflegeprodukten weniger Schmerzen haben.

Welche Erfahrungen haben Sie und Ihre Patienten damit gemacht?
Block Veras: Die Patienten sind begeistert. Negative Rückmeldungen gab es noch nicht. Die Patienten sind glücklich, dass die Heilung endlich vorangeht. Wir haben die erstaunlichsten Ergebnisse genau bei den Patienten, bei denen eine schwierige Heilung zu erwarten war. Die Patienten finden die Produkte angenehm, die meisten mögen sogar die Spülung, denn sie fühlt sich für sie nicht so aggressiv an wie andere, häufig eingesetzte oder empfohlene Mundspüllösungen.

Herr Middendorp, welche Zielgruppe sprechen Sie mit diesen Produkten an?
Middendorp: Unser Fokus liegt natürlich auf Zahnmedizinern – Implantologen, Oralchirurgen und Dentalhygienikern; außerdem zielen wir auf Konsumenten mit oralen Problemen wie Parodontitis ab.
Ich glaube, dass die Zahnärzte eine große Bedeutung haben für die Gesundheit der Patienten. Denn der Mund ist der Spiegel unserer Gesundheit, im Mund sieht man, was eigentlich los ist im Körper. Zum Zahnarzt kommen die Patienten ein bis zwei Mal im Jahr, zum Hausarzt gehen sie nur, wenn sie ein Problem haben. Aber viele Leute wissen nicht, dass sie ein Problem haben, speziell bei Parodontitis.

Dr. Block Veras, sind die Produkte aus Ihrer Sicht auch für den dauerhaften Gebrauch in der häuslichen Mundhygiene geeignet?
Block Veras: Ja, die Produkte sind für eine dauerhafte Anwendung geeignet. Es gibt verschiedene Produkte, nicht nur für Chirurgie-Patienten, sondern auch für die alltägliche Mundhygiene bei gesunden Patienten. Für Patienten mit Implantaten gibt es eine spezielle Zahncreme, die kein Fluorid enthält.
Auch für Patienten mit parodontalen Problemen sind die Produkte hilfreich; der Vorteil gegenüber dem bekannten Chlorhexidin ist, dass man es auch länger als vier bis sechs Wochen anwenden darf, ohne dass es zu Zahnverfärbungen führt. Patienten berichten auch, dass sie weniger Probleme mit Zungenbelägen haben.

 


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